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Bundesverband Flachglas: Überarbeitete Version der Richtlinie VE-17/2

(3.4.2025) Die ift-Richtlinie VE-17/2 „Produktkenndaten und Prüfverfahren für den Nachweis der Verwendbarkeit von Abstandhaltersystemen im Isolierglas-Randverbund” wurde im Arbeitskreis „Warme Kante” des Bundesverbands Flachglas entwickelt und im Jahr 2013 erstmals veröffentlicht. Sie dient der Prüfung der Gebrauchstauglichkeit von Abstandhaltersystemen und definiert Anforderungen sowie Prüfverfahren, die als Grundlage für ein BF-Datenblatt mit wesentlichen wärmetechnischen Kennwerten dienen.

Die aktuelle Version der Richtlinie VE-17/2 beinhaltet neue Prüfungen sowie Anpassungen bestehender Verfahren, um den aktuellen Anforderungen des Marktes und der Forschung zu entsprechen. Die wesentlichen Änderungen und deren Auswirkungen werden nachfolgend dargestellt.

ift-Richtlinie VE-17/2 „Produktkenndaten und Prüfverfahren für den Nachweis der Verwendbarkeit von Abstandhaltersystemen im Isolierglas-Randverbund”. (Bild: ift Rosenheim) 

Erweiterte Anforderungen an Abstandhaltersysteme

Die Anforderungen an Abstandhaltersysteme wurden mit der neuen Version erweitert, um eine hohe Zuverlässigkeit und Beständigkeit sicherzustellen. Insbesondere die Prüfung auf Fogging im Scheibenzwischenraum wurde überarbeitet. Diese Prüfung simuliert erhöhte Temperaturen im Scheibenzwischenraum, um die Freisetzung flüchtiger Stoffe zu analysieren. Das dabei auftretende Fogging, also die Bildung von Belägen, kann die optische Qualität und Funktionalität von Isoliergläsern beeinträchtigen. Die überarbeitete Prüfung soll sicherstellen, dass die eingesetzten Materialien langfristig stabil bleiben.

Neue Prüfverfahren: Haftverhalten und Farbstabilität

In der VE-17/2 wurden zwei neue Prüfverfahren ergänzt:

  1. Haftverhalten von Dichtstoffen (Kapitel 3.2.6): Das Haftverhalten zwischen dem Sekundärdichtstoff und der Oberfläche des Abstandhalters wird unter standardisierten Laborbedingungen untersucht. Die Prüfung erfolgt sowohl im Neuzustand als auch nach simulierten Alterungsprozessen, um die langfristige Adhäsion zu bewerten.
  2. Farbstabilität (Kapitel 3.2.7): Ein Prüfverfahren zur UV-Beständigkeit wurde eingeführt, um sicherzustellen, dass Abstandhalter auch bei intensiver UV-Belastung farbstabil bleiben. Dadurch sollen Verfärbungen verhindert werden, die die ästhetische Qualität über längere Nutzungszeiträume beeinträchtigen könnten.

Integration neuer Prüfungen in die Anforderungen für BF-Datenblätter

Die neu eingeführten Prüfungen sind nun Bestandteil der Anforderungen für BF-Datenblätter, die repräsentative Psi-Werte enthalten. Psi-Werte beschreiben den linearen Wärmedurchgangskoeffizienten und stellen wichtige Kennwerte für die Energieeffizienz von Fenster- und Fassadensystemen dar. Durch die Einbindung dieser Prüfungen in die BF-Datenblätter soll sichergestellt werden, dass Abstandhaltersysteme mit BF-Datenblatt langfristig funktional und optisch beständig bleiben.

Die VE-17/2 stellt somit ein umfassendes Prüfregelwerk zur Verfügung, das einen wesentlichen Beitrag zur Qualitätssicherung im Bereich der „warmen Kante” in Isolierglasfenstern leistet. Die aktualisierte Produktrichtlinie ist auf der Webseite des ift Rosenheim unter www.shop.ift-rosenheim.de erhältlich.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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