Baulinks -> Redaktion  || < älter 2025/0453 jünger > >>|  

BBS-Studie: Rohstoffnachfrage 2045 – Ressourcen sichern, Zukunft bauen

(2.4.2025) Der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden e.V. (BBS) hat seine aktuelle Studie zur Nachfrage nach Primär- und Sekundärrohstoffen der Steine-Erden-Industrie in Deutschland vorgelegt. Die Analyse unter dem Titel Unter dem Titel „Rohstoffnachfrage 2045 – Ressourcen sichern, Zukunft bauen” zeigt, dass auch zukünftig erhebliche Mengen mineralischer Rohstoffe wie Kies, Sand, Naturstein, Ton und Industrieminerale benötigt werden und welchen Beitrag Sekundärrohstoffe dabei leisten können.

Bild: BKRI / Bianca Richter 

Rohstoffbedarf bis 2045

Die vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V. durchgeführte Studie bildet den Rohstoffbedarf bis 2045 anhand von zwei wirtschaftlichen Entwicklungspfaden ab: In der sogenannten oberen Variante mit 0,9% jährlichen Wirtschaftswachstum, liegt der Rohstoffbedarf im Jahr 2045 bei 525 Mio. Tonnen. Dies sei ein Rückgang um 5,4% gegenüber dem Jahr 2022. In der unteren Variante mit 0,1% Wirtschaftswachstum, fällt der Bedarf auf 452 Mio. Tonnen. Dies entspricht einem Rückgang von 18,5%. 

Der Verband betont, dass angesichts der zuletzt schwachen Konjunktur eher vorsichtige Annahmen gewählt wurden. Insgesamt gehe man von einem höheren Wachstum aus. „Der Bedarf an Wohnraum, Infrastruktur, Windrädern, PV-Anlagen und Energieleitungen bleibt hoch – Deutschland ist auf mineralische Rohstoffe angewiesen. ...Die Basis der Infrastrukturmodernisierung bilden mineralische Rohstoffe. Das beschlossene Sondervermögen könnte somit die Nachfrage deutlich ankurbeln”, sagt Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des BBS.

Bedarf Sekundärrohstoffe bis 2045

Weniger optimistisch fällt die Prognose bei Sekundärrohstoffen aus, z.B. bei Recycling-Baustoffen und industriellen Nebenprodukten. Ihr Aufkommen liegt in der oberen Variante bei 94 Mio. Tonnen, in der unteren Variante bei 88 Mio. Tonnen, also 11,5% weniger. Die Sekundärstoffquote würde demnach 15,2% (+/-0,0%-Punkte) bzw. 16,3% (+1,1 %-Punkte) betragen. Trotz der Anstrengungen für mehr Kreislaufwirtschaft im Bausektor bleiben die Potenziale zur Steigerung der Sekundärstoffquote begrenzt. So entfallen durch den Kohleausstieg Nebenprodukte wie REA-Gips und Steinkohleflugaschen, und auch das Aufkommen an Roheisenschlacken geht infolge der Dekarbonisierung der Stahlindustrie zurück. Zudem spielt das Bauen im Bestand im Vergleich zu Abriss und Neubau eine immer größere Rolle, wodurch einer Zunahme des Aufkommens an Recycling-Baustoffen Grenzen gesetzt seien.

Rechtsgutachten zeigt Wege für Bürokratieabbau in der Rohstoffgewinnung auf

Angesichts dieser Ergebnisse will sich die Branche in der neuen Legislaturperiode verstärkt dafür einsetzen, den Zugang zu heimischen Rohstoffen zu erleichtern. „Unternehmen sehen sich zunehmend durch Bürokratie und strenge Auflagen ausgebremst – Genehmigungsverfahren sind heute ein echtes Existenzrisiko”, warnt Dr. Matthias Frederichs. In den vergangenen 20 Jahren sei die Zahl der Rohstoffbetriebe in Deutschland um mehr als ein Viertel gesunken.

Um konkrete Lösungsansätze aufzuzeigen, hat der BBS ein juristisches Gutachten bei Prof. Dr. Walter Frenz (RWTH Aachen University) in Auftrag gegeben. Dies unterstreicht die zentrale Rolle der Rohstoffgewinnung für wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz und formuliert einen 10-Punkte-Plan zur Vereinfachung und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Dazu zählen unter anderem die Einstufung des Rohstoffabbaus als „überragendes öffentliches Interesse” oder die Einführung einer Rohstoffsicherungsklausel zur Vermeidung von Versorgungsengpässen. Daneben sollten klare Fristen für die Bearbeitung von Genehmigungsanträgen sowie Stellungnahmen der Öffentlichkeit definiert werden. „Seit Jahrzehnten wird die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren angekündigt, ohne das viel passiert ist. Wenn es die neue Bundesregierung mit ihren Ankündigungen zum Bürokratieabbau ernst meint, ist jetzt der Zeitpunkt für rasches Handeln gekommen.”, so Dr. Matthias Frederichs.

Die Studie „Rohstoffnachfrage 2045 – Ressourcen sichern, Zukunft bauen” und das Rechtsgutachten stehen zum PDF-Download unter baustoffindustrie.de/downloads kostenfrei zur Verfügung. 

siehe auch für zusätzliche Informationen:

Impressum | Datenschutz © 1997-2025 BauSites GmbH