Ipsos-Wohnstudie: Ein Häuschen im Grünen und gute Infrastruktur
(25.3.2025) Die neue Wohnstudie, der Ipsos Housing Monitor 2025, hat die Wahrnehmung der Menschen in Bezug auf ihre Wohnsituation und Wohnwünsche in 30 Ländern weltweit untersucht. Auch aktuelle Erkenntnisse zur Lage in Deutschland liegen vor.
Preis-Leistung und gute Infrastruktur beim Immobilienkauf
Beim Immobilienkauf ist für die große Mehrheit (59%) der Befragten in Deutschland das Preis-Leistungs-Verhältnis das wichtigste Kriterium. Es folgen die gute lokale Infrastruktur mit 36%, die Lage mit 34%, der Außenbereich mit Garten oder Balkon (34%) und eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr (30%). Die Nähe zum Arbeitsplatz spielen mit 14% oder die Nähe zu guten Schulen (7%), eine nachgeordnete Rolle. Auch eine schöne Aussicht (5%) scheint nicht zwingend notwendig.
Wohnzufriedenheit und horrende Mieten
63% der Deutschen ist mit ihrer Wohnsituation zufrieden, jeder fünfte Bundesbürger (19%) ist es allerdings nicht. Als größte Herausforderung auf dem Wohnungsmarkt in Deutschland werden dabei die hohen Mieten (65%) betrachtet. Dies ist im internationalen Vergleich Weltspitze, der globale Durchschnitt liegt bei 43%. Hohe Immobilienpreise werden von 31% der Bundesbürger (31%) als Herausforderung gesehen.
Die beliebteste Wohnform in Deutschland ist nach wie vor das „Häuschen auf dem Lande”. 29% der Deutschen leben am liebsten im ländlichen Raum, dahinter folgen die Stadtwohnung mit 19% und das Haus im Vorort mit 18%.
Wohnen, ein politisch vernachlässigtes Thema
71% der Deutschen finden, dass das Thema Wohnen mehr Aufmerksamkeit verdienen sollte. Lediglich 15% denken, dass sich das Land beim Thema Wohnen auf dem richtigen Weg befindet. Eine Mehrheit von 59% ist der Meinung, dass die Bundesregierung viel zur Lösung der Wohnungsprobleme beitragen könnte. So halten 61% der Deutschen einen systematischen Wohnungsbau für ein geeignetes Mittel, um Wohnen bezahlbarer zu machen. Zugleich gehen 4 von 5 Bundesbürgern (81%) nicht davon aus, dass ausreichend bezahlbarer Wohnraum in den nächsten Jahren geschaffen wird und nur 15% denken, dass genügend bezahlbarer Wohnraum zum Kauf oder Miete in ihrer Region vorhanden sei.
Gefühlt weniger Chancen auf Eigentum
72% der Bundesbürger befürchten, dass es für künftige Generationen schwieriger werden wird, sich eine angemessene Wohnung zur Miete oder zum Kauf leisten zu können. 47% der Bundesbürger sind überzeugt, dass sie es bereits schwerer haben als ihre Elterngeneration; besonders stark ausgeprägt ist dies mit 75% bei den unter 35-Jährigen. Sorgen machen sich 27% darüber, die Miete oder Hypothek (28%) heute oder in den kommenden 12 Monaten nicht bewältigen zu können.
Mehrheit der Deutschen will eigene vier Wände
70% der Deutschen halten Wohneigentum in Deutschland generell für erstrebenswert. Etwa 48% der Mieter würden gerne Wohneigentum besitzen, 70% der befragten Mieter gehen aber davon aus, dass dies für sie unerschwinglich bleibt. Dass ein eigenes Zuhause sogar ein Grundrecht sein sollte, davon sind 69% der Deutschen überzeugt.
Studie Ipsos Housing Monitor 2025
Für die Online-Umfrage wurden zwischen dem 22. November und dem 06. Dezember 2024 insgesamt 22.279 Personen aus 30 Ländern über das Ipsos Online Panel-System interviewt. In Deutschland waren die Befragten zwischen 16 und 74 Jahre alt, die Stichprobe umfasste rund 1.000 Personen.
Die Daten werden so gewichtet, dass die Stichprobenzusammensetzung jedes Landes das demografische Profil der erwachsenen Bevölkerung gemäß den jüngsten Volkszählungsdaten bestmöglich widerspiegelt.
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