Die Markise als Energielieferant
(13.2.2006) Eine Markise, welche nicht nur Schatten spendet sondern als Zusatznutzen die eingestrahlte Sonnenenergie in elektrischen Strom umwandelt - ein Entwicklerteam der Schweizer Firma STOBAG hat sich dieser Herausforderung gestellt und auf der R+T 2006 einen Prototypen vorgestellt.
Eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt eine "Solar-Markise" wie die stobosol sv2300 entwickeln zu können, war die Verfügbarkeit rollbarer Solarzellen, welche die auftreffenden Sonnenstrahlen mit ausreichendem Wirkungsgrad in elektrische Energie umwandeln können. Die Firma STOBAG, ein führender schweizer Hersteller textiler Sonnenschutzsysteme, hat in enger Zusammenarbeit mit Spezialisten aus der Solartechnologie-Branche diese flexiblen Panels für den geplanten Einsatz optimiert: die Solarzellen der stobosol sv2300 "concept" leisten bereits ca. 50 Watt pro Quadratmeter. Und durch ständig neue Technologien soll sich der Wirkungsgrad - und somit die Leistung - von Solarpanels in naher Zukunft noch deutlich steigern.
Ein weiteres Kriterium ist der zuverlässige "Transport" des gewonnenen Solarstroms. Von der als Träger dienenden Gelenkarmmarkise wird die erzeugte Energie der Panels via Ausfallprofil und Gelenkarm zur elektronischen Zähleinheit geleitet. Von dort aus gelangt der Strom schließlich ins örtliche Netz.
Um in jeder Jahreszeit eine optimale Ausrichtung der Solarzellen gegenüber der Sonnenlaufbahn zu erreichen (im Idealfall 90°), kann der Neigungswinkel der stobosol-Markise eingestellt werden. Dies ist ein gewisser Vorteil im Vergleich zu fest montierten Panels - z.B. auf Hausdächern:
Seit die erneuerbaren Energien in vielen Ländern gesetzlich gefördert werden, wächst auch die Anzahl der Solaranlagen. Die Beiträge der Staaten sind je nach Richtlinie sehr interessant und es zeichnet sich ab, dass diese in naher Zukunft noch erhöht werden. In der Bundesrepublik Deutschland z.B. ist der Netzbetreiber verpflichtet, 0.45 Euro pro Kilowatt-Stunde Strom zu vergüten, welche ins Netz eingespeist wird.
STOBAG rechnet vor: Die durchschnittliche Tuchfläche einer Markise beträgt ca. 10 - 15m². Eine beinahe gleich große Fläche kann mit Solarzellen bestückt werden. Somit kämen bei einer Leistung von 50 bis 100 Watt/m² und einer Sonnenscheindauer von 6 Std./Tag ca. 6 KWh Tagesleistung zustande. Wenn man bedenkt, dass 1 m² Solarzelle für einen durchschnittlichen Haushalt 1% Strom liefert, könnte man mit einer Solar-Markise ca. 10 bis 15% an alternativer Energie erzielen. Diese Zahlen sind Richtwerte und verändern sich je nach geografischer Lage und Standort der Markise. Somit hängt auch die Amortisationszeit einer Solarmarkise von mehreren Faktoren ab. Die zukünftige Entwicklung von Energiepreisen und Politk wird ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.
Die Bestrebungen des STOBAG-Teams in den nächsten ein bis zwei Jahren gehen dahin, dass mindestens die Kosten für die Solar-Technik einer Markise innerhalb von fünf Jahren gedeckt sein sollten.
siehe auch:
- STOBAG
- R + T (7. bis 11.2.2006 in Stuttgart)
- Fördermittel von Energieversorgern und der öffentlichen Hand
- interaktive Online-EnergieSparRatgeber ( Heizkostenvergleich, PumpenCheck, Modernisierungsratgeber)
- Sonnenschutz mit Perowskit-Photovoltaikzellen neu von Saule Technologies (9.2.2021)
- Unauffälliger Einstieg in die Warema Markisenwelt (3.7.2007)
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- weitere Details...
ausgewählte weitere Meldungen:
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siehe zudem:
- Literatur / Bücher zu den Themen Photovoltaik, Solartechnik bei Amazon
- Markisen und Solarstrom auf Baulinks